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02.01.2017

Achtung: Anhänger-Haftpflicht nicht überall vorgeschrieben

Deutsches Zugfahrzeug, ausländischer Trailer – besser Grüne Karte vorlegen lassen


Im Frachtverkehr ist es nicht unüblich, dass Zugmaschine und Anhänger bei unterschiedlichen Gesellschaften haftpflichtversichert sind, etwa wenn sie unterschiedliche Halter haben. Der Bundesgerichtshof hat vor einigen Jahren entschieden, dass ein Schaden, der durch ein solches „gemischtes“ Gespann verursacht wird, im Innenverhältnis jeweils zur Hälfte von beiden Haftpflichtversicherern zu tragen ist (BGH, Urteil vom 27.10.2010, IV ZR 279/08).

Dass diese einfache Rechnung nicht immer aufgeht, zeigt ein Beispielfall in folgender Konstellation: Ein deutscher Frachtführer zieht einen in Holland zugelassenen Trailer und verursacht selbstverschuldet einen Unfall. Der Versicherer des ziehenden Fahrzeugs zahlt den Schaden und fordert unter Berufung auf das o. g. BGH-Urteil die Hälfte der Aufwendung vom Halter des Trailers zurück.

Klare Sache? Fehlanzeige. In den Niederlanden – ebenso wie in verschiedenen anderen Staaten übrigens – besteht für Anhänger und Auflieger keine Pflichtversicherung. Ist daher in einem Fall wie dem beschriebenen für den Trailer kein Versicherungsschutz vorhanden, muss der Versicherer der deutschen Zugmaschine damit rechnen, auf den gesamten Schadenkosten sitzenzubleiben.

Unser Tipp: Zwar ist für Fahrzeuge, die in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und einigen anderen benannten Staaten zugelassen sind, kein Nachweis erforderlich. Dennoch empfehlen wir Ihnen, sich vom Halter des betreffenden ausländischen Fahrzeugs zum Nachweis einer bestehenden Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung eine Grüne Karte vorlegen zu lassen und diese mitzuführen – zu Ihrer Sicherheit.

Text erstellt von Ralf Britz, Jochen Tillmann